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Mittwoch, 21. 10 2020

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Formen mit PolyGel 40 für den Modellabguss

Erfahrungsbericht der Künstlerin Doris George

Ich möchte Ihnen hier kurz die einzelen Arbeitsschritte erklären, die für die Anfertigung einer Form notwendig sind, wenn man eine Tonbüste abformen möchte. Frau Mohr, von der Firma PolyConForm, hat mich hierbei beratend unterstützt.

Vorbereitung des Tonmodells
Das Modell sollte ledertrocken" sein, da das PolyGel sonst mit Feuchtigkeit reagiert, was für den Verarbeitungsprozess von Nachteil wäre. Die Oberfläche ist unbedingt mit Trennmittel, z. B. PolySolvent-Wachs 91-7, zu behandeln.

Herstellung der Form
PolyGel40 habe ich laut Datenblatt im Mischungsverhältnis 1 : 1 angemischt und aufgetragen.
Beim Auftrag der ersten Schicht ist es besonders wichtig den Einschluss von Luftblasen zu vermeiden, da diese später bei jedem neuen Abguss sichtbar sind.

Dazu gießt man die PolyGel40-Mischung aus einem Abstand von ca. 20-30 cm langsam, in einem dünnen Strahl, auf das Modell und verteilt dann die Masse sorgsam mit dem Pinsel in die Vertiefungen.




Auftragen der zweiten Schicht aus PolyGel40 und DuraSil
Da sich das PolyGel40 sehr dünn auftragen läßt, wurde das PolyGel40 mit einem Verdicker, wie z. B. DuraSil, angedickt, um die Schichtdicke zu erhöhen.

Die Masse ist dann spachtelfähig, so dass größere Unebenheiten und Unterschneidungen in der Oberfläche leicht ausgeglichen werden können.



Schlösser aufbauen
Sobald die Oberfläche ausreichend dick mit PolyGel beschichtet ist, werden die sogenannten "Schlösser", die später der PolyGel40-Form einen besseren Halt in der Gips-Stützform bietet, aufgebaut. Dazu verwendete ich in diesem Fall Schaumgummibänder, aber es können auch Gummischläuche oder aus PolyGel40 vorbereitete Streifen eingesetzt werden.

Diese Schaumgummibänder habe ich auf die noch klebrige Oberfläche gepresst und anschließend mit einer neuen Schicht PolyGel40 versiegelt. Die unsauberen Ränder habe ich mit dem Cutter begradigt.




Markierung der Stützform-Trennlinien
Nach einer Aushärtungszeit von ca. 24 Stunden habe ich die PolyGel40-Form mit Trennmittel behandelt. Zunächst muss entschieden werden, aus wie vielen Teilen die Stützform bestehen muss, damit sie später problemlos zerlegt werden kann. Dazu habe ich die Trennlinien erst einmal mit einem Filzstift markiert.


Trennungen der Formteile aufbauen
Eine exakte Trennung zwischen den entstehenden Formteilen erleichtern sogenannte "Grate" aus Gipsmullbinden, die zu beiden Seiten der Trennungslinien gegeneinander aufgebaut werden. Ein Anstrich aus Tonschlicke (Mischung aus Ton und Wasser) verhindert, dass die Gipsbinden aneinander haften.

Flächen der Trennungsgrate füllen
Jetzt werden die Flächen zwischen den Trennungsgraten mit Glasfasern verstärkten PolyCon-MG-Material gefüllt. Hierfür verwendete ich, statt normalem Gips, einen mit Glasfasern verstärkten PolyCon-MG-Gips. Das hat den Vorteil, dass auch ein dünnwandiger Auftrag noch ausreichend stabil ist, was besonders bei grossen Formteilen viel Gewicht spart und den späteren Arbeitsaufwand erleichtert.



Zerlegen der Form
Sobald der Gips abgebunden war, konnte ich die Form zerlegen.


Trennungsnaht in der PolyGel40-Form
Um die PolyFGel40-Form zu entfernen, muss auch hier eine Trennungsnaht entstehen, die möglichst an einer unauffälligen Stelle des Objekts liegen sollte. Diese Zick-Zack-Trennungsnaht schnitt ich mit einem Messer in die Form.

 

Diesen Arbeitsschritt konnte ich allerdings nur durchführen, da ich für das Tonmodell später keine weitere Verwendung hatte. Soll das abzuformende Objekt nicht beschädigt werden, muß die Trennungsnaht natürlich in den vorherigen Arbeitsschritten angelegt werden.

Abziehen der PolyGel40-Form
Nun habe ich die PolyGel40-Form entfernt in dem ich sie abzog.




Füllen der Negativform
Die Form habe ich anschließend aus den jeweiligen Einzelteilen zusammen gesetzt und auf den Kopf gedreht um sie mit Gips im Vollguss oder im Schwenkverfahren zu füllen.

Der fertige Abguss
Wenn man seine Arbeit gut vorbereitet und alle Arbeitsschritte sorgfältig ausführt, erhält man mit dem Gipsabguss eine gelungene Kopie der originalen Tonbüste, an der man lange Freude hat.

Selbstverständilch kann die Form auch mit Beton, Glasfaserbeton u.s.w. befüllt werden.

 


Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihren eigenen Modellabgüssen und hoffe an dieser Stelle bald auch von Ihren Erfahrungen zu lesen.

Liebe Grüße
Doris George

Eventuelle weitere Fragen zu den Arbeitsschritten senden Sie uns bitte über unser Kontaktformular zu.


Portrait der Künstlerin auf der nächsten Seite.

Doris George
Bildhauerin, geb. 1975 in Tetz/Jülich

1994 - 1998
Ausbildung zur Plastikerin am Stadttheater Aachen.

1998 - 2001
Entwurfsarbeiten, Bildhauerei und Malerei im Phantasialand/Brühl bei Köln.

Doris George
gehört zu einem Team selbständiger Künstler, Designer und Bildhauer, das von Jacques Tilly in Düsseldorf geleitet wird.

Sie entwerfen und bauen Skulpturen, Kulissen und Dekorationen für Event, Messe, Bühne und Film.

Ihr Schwerpunkt liegt in der phantasievollen und künstlerisch ambitionierten Skulptur.

Hier sehen Sie eine kleine Auswahl Ihrer Arbeiten für: www.sculpturepark.de

 

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